Alles
hat seine Zeit - Abschied von Biedenkopf

Liebe Gemeindeglieder,
als ich im Januar 1995 als Gemeindepfarrer in die Pfarrstelle II als
Nachfolger von Pfarrer Klaus Menne eingeführt wurde, war nicht
vorauszusehen, dass daraus nahezu 21 Jahre würden.
Nun werde ich mich also zum 31. Dezember aus der Gemeinde verabschieden.
Dass der Abschied jetzt erfolgt, hat folgenden Grund. Zum 1. Januar
2016 fusionieren die Dekanate Biedenkopf und Gladenbach. Ich habe von
Anfang an erklärt, dass ich auf Grund meines Alters nicht für
das neue Dekanat als Dekan kandidieren werde. Der neue Dekan für
das fusionierte Dekanat wird mit voller Stelle sein Amt ausüben.
Bisher war das Dekaneamt für das Dekanat Biedenkopf verbunden mit
einer Gemeindestelle in Biedenkopf, die nun im Laufe des nächsten
Jahres wegfällt.
Die Kirchengemeinde Biedenkopf wird in Zukunft, wie es früher auch
war, zwei Pfarrstellen haben, die mit Pfarrerin Reuter und Pfarrer Solle
besetzt sind.Für mich bedeutet das, dass ich ab 1. Januar kommissarischer
Dekan für das neue große Dekanat sein werde bis ein neuer
Dekan/Dekanin gewählt ist und sein Amt antritt.
Für die restlichen
Jahre bis zum Eintritt in den Ruhestand werde ich dann andere Aufgaben
übernehmen. Das heißt aber für mich nun auch, Abschied
aus dem Pfarrdienst der Gemeinde zu nehmen. Und ich merke, obwohl das
kein Abschied aus Biedenkopf ist, da wir in Biedenkopf wohnen bleiben,
dass es dennoch eine Zäsur, ein Einschnitt ist.
Um es ganz deutlich zu sagen: ich und meine ganze Familie haben uns
in der Gemeinde und in der Stadt Biedenkopf sehr wohl gefühlt.
Als ich meinen Dienst begann, war unser Sohn im 3. Schuljahr, die Tochter
gerade noch im Kindergarten, lange sind sie aus dem Haus. Ich bin gerne
Pfarrer dieser Gemeinde gewesen und danke den vielen Menschen sehr,
die mir mit großer Offenheit begegnet sind. Ich erinnere mich
an Begegnungen bei Gemeindeveranstaltungen, bei unzähligen Besuchen
und im Zusammenhang mit der Vorbereitung von Beerdigungen, Trauungen,
Taufen. In ganz unterschiedlichen Zusammenhängen habe ich Menschen
getroffen, bei freudigen Anlässen, aber auch in schwierigen Situationen.
Ob es gelungen ist in den unterschiedlichen Momenten hilfreiches für
Menschen zu sagen? Ich hoffe es, wohl wissend, dass nur der Geist Gottes
es ist, der solches bewirken kann.
Um Verzeihung möchte ich bitten bei Menschen, die von mir enttäuscht
wurden, weil ich Erwartungen nicht erfüllt habe, einen Besuch nicht
gemacht oder was auch immer. Besonders danken will ich den Pfarrkollegen
und -kolleginnen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, es waren ja
eine einige.
Eine besondere Freude war die ökumenische Zusammenarbeit, ich habe
z.B. sehr gerne in der katholischen Kirche bei Jahresschlussgottesdiensten
und anderen ökumenischen Gottesdiensten gepredigt.
Mein Wunsch
ist, dass die Ökumene ein besonderes Kennzeichen der Biedenkopfer
Gemeinden bleibt und dass sie immer wieder auch Akzente setzt.Ich danke
den Mitgliedern des
Kirchenvorstandes der vergangenen Perioden, den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern für alle vertrauensvolle Zusammenarbeit und erinnere
mich dabei gerade an Zeiten mit schwierigen Entscheidungen, die von
großem Respekt vor der Meinung der anderen geprägt waren,
auch wenn man selbst nicht dieser Meinung war. Das hat wirklich Freude
gemacht. Ich erinnere mich an tolle Konfi-Freizeiten, Studienreisen
und
und
und
Aber der Prediger hat schon recht: "Alles hat seine Zeit"!
Oder ich könnte
auch sagen:
Pfarrerinnen und Pfarrer gehen, aber die Gemeinde bleibt. Und deshalb
ist mein Wunsch, dass Sie der Gemeinde verbunden bleiben, sich einmischen
und engagieren, weil wir alle zusammen nur Gemeinde und Kirche sein
können. Glieder am Leib Christi, wie der Apostel Paulus sagt, bei
dem es darauf ankommt, dass jedes Glied seine Aufgabe übernimmt.
Ich grüße Sie mit dem Monatsspruch für den ersten Monat
im neuen Jahr aus 2. Tim.1,7: "Gott hat uns nicht einen Geist der
Verzagtheit gegeben,sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit."
Und ich freue mich sehr, wenn viele zum Abschiedsgottesdienst am 27.
Dezember kommen können.
Gerhard Failing,
Dekan
Achtung:
Der Abschiedsgottesdienst am 27.12.2015 entfällt! Stattdessen ist
am Sonntag um 10 Uhr normal Gottesdienst.