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Förderverein Bindura

 

“Schulausbildung von Kindern, die in einem Slum von Nakuru lebten.”

Mit diesen Worten lud der Förderverein Kinderheim Bindura Biedenkopf e.V. zu einem Vortrag ins Gemeindehaus ein. Anke Glaser war zu einem Besuch in Biedenkopf und gab zu Beginn einen Streifzug durch ihr bewegtes Leben.

Mit 19 Jahren betrat 1985 Anke Glaser, damals noch Anke Stahl, afrikanischen Boden. Sie heiratete Michael Nieswand und beide gründeten neben dem Kinderheim in Bindura neue Heime für Straßenkinder.

Die Familie vergrößerte sich und eigene Kinder wurden geboren. Die wuchsen zusammen mit den Straßenkindern auf. „Wir waren zeitweise 22 Personen in unserem Haus“ berichtete Anke Glaser. Die Kinder, die Zuflucht in den Heimen fanden, wurden versorgt mit Essen und Kleidung. Viel Liebe zu den Kindern begleitete die nicht einfache Arbeit. Essen, Kleidung, ein Dach über dem Kopf, reichen nicht aus, um die jungen Menschen zu vollwertigen Mitgliedern der Gesellschaft zu machen. Eine gute Schulausbildung ist heute das Wichtigste, um im Leben zurecht zu kommen. So wurden Grundstücke erworben und Schulen gebaut, die Kinder konnten lernen und einen Abschluss machen bis zur Berechtigung eines Studiums an der Universität.  „Die ganze gute Entwicklung wäre ohne den Förderverein nicht möglich gewesen“ betonte Anke Glaser mehrfach. Heute blickt sie auf 23 Jahre Leben in Afrika zurück und ist, wie sie sagte, stolz auf ihre Kinder und zahllosen Enkelkinder.

Kontakt/Impressum

Haben Sie Fragen oder Anregungen oder möchten Sie unsere Arbeit unterstützen? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme:

Förderverein Kinderheim Bindura Biedenkopf e.V.
Mushecke 18
35216 Biedenkopf
E-Mail: web@bindura.de

Vorstand:
1. Vorsitzender: Karl-Friedrich Brunner
2. Vorsitzender: Werner Damm
Schatzmeisterin: Elisabeth Brunner

 


Jubiläum des Fördervereins Bindura


"Kein Problem wird gelöst, wenn wir träge darauf warten, dass Gott allein sich darum kümmert". 
Diese Worte von Martin Luther King passen genau zu der Initiative von Michael Nieswand, als er 1984 in Nairobi von obdachlosen und hungrigen Straßenkindern überfallen wurde und dann beschloss, diesen Kindern muss geholfen werden. Nach zähen Verhandlungen stellte ihm die Regierung ein ehemaliges Farmhaus und Land zur Verfügung, und er gründete im gleichen Jahr ein Heim mit fünf Jungen in Bindura und bot ihnen eine zweite Heimat an. Michael Nieswand erweiterte das Heim zu einem beeindruckenden Rehabilitationszentrum. Mehr als 100 Jungen wurden in dem Heim versorgt, haben die eigenen Schulen besucht und einen technischen Beruf, z. B. Kfz-Mechaniker und Schreiner, erlernt. Der Sohn unseres ehemaligen Pfarrers Klaus Menne, Michael Menne, ging im September 1987 zur Unterstützung des Ehepaares Nieswand nach Bindura. Seine soziale Absicherung erfolgte durch Kollektengelder. Um eine kontinuierliche und bessere Hilfe zu gewährleisten, gründeten am 11. August 1990 neun Personen den Förderverein Kinderheim Bindura e.V.

In der Satzung wurde festgelegt, dass der Verein ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke verfolgt. Er unterstützt finanziell die Straßenkinderarbeit des Kinderheims Bindura und anderer Einrichtungen zur Hilfe für Straßenkindern in Kenia. Das Ziel ist, die Kinder durch eine christliche Erziehung und eine berufliche Ausbildung in die Lage zu versetzen, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. 

"Hilfe zur Selbsthilfe!" 
Anfang 2000 kaufte Michael Nieswand ein Farmhaus in Nakuru und baute es um. Freunde aus England übernahmen Bauleitung und Baukosten. 2006 wurde durch die Finanzierung unseres Fördervereins ein weiteres Grundstück mit Gebäuden in Nakuru dazu gekauft, um die Farm und die Schulen zu erweitern. Mehr als 100 Kinder hatten nun Platz in dem Rettungszentrum. Karl und Elisabeth Brunner überzeugten sich durch einen Besuch im gleichen Jahr von der geleisteten Arbeit. 

Das Kinderheim in Bindura musste 2008 leider aufgegeben werden. 
Die Unruhen nach den Wahlen in Kenia weiteten sich zum Stammeskrieg aus. In einer Kirche in Eldoret verbrannten rund 40 Menschen bei lebendigem Leib, in der Hauptstadt Nairobi wurden Dutzende Menschen mit Macheten massakriert. Auch das Kinderheim in Bindura war davon stark betroffen. Die Kinder und Mitarbeiter wurden ständig von den Nachbarn bedroht und konnten sich nicht mehr frei bewegen. Das Heim war für einen Monat von der Außenwelt abgeschnitten. Viele Kinder und Mitarbeiter waren unter Lebensgefahr weggelaufen. 
Nachdem die verbliebenen Kinder und der Manager mit Hilfe der Polizei evakuiert und nach Nakuru verbracht worden waren, wurde das Kinderheim ausgeraubt. Die Anlage wurde an die innerafrikanische Kirche AIC übergeben, die rechtmäßiger Eigentümerin des Besitzes war. 

Mully Childrens Famliy (MCF)

Als weiteres Projekt fördern wir "Mully Childrens Family". Charles Mulli war erfolgreicher Geschäftsmann in Eldoret, der die Not der Straßenkinder erkannte und aus religiöser Überzeugung sein Geschäft aufgab. 1989 richtete er ein Kinderheim in seinem Privathaus ein und nahm 60 Jungen und Mädchen auf. Sein Heim wurde Anlaufstelle für Notfälle in der Region. Bald wurde das Privathaus in Eldoret zu klein. 

Auch spürte Mulli, dass die Straßenkinder von den Nachbarn spürbar abgelehnt wurden. Deshalb baute er in Ndalani ein großes Farmprojekt auf. Dieses Projekt bietet Platz für über 600 Jungen und Mädchen mit den dazugehörigen Lehrerinnen und Lehrern, ein medizinisches Zentrum für heilende und vorbeugende Gesundheitsfürsorge, fruchtbares Land durch die Bewässerung des Flusses Thika sowie Anbau und Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten, auch nach Europa. Ebenso sorgt es für Beschäftigung von über 150 Frauen aus den benachbarten Dörfern. 
In Yatta baute Mulli eine Rehabilitationseinrichtung für über 425 Mädchen, die oft ihren Unterhalt durch Prostitution und Kinderarbeit bestritten haben. Auch junge Mütter mit eigenen Kindern werden dort aufgenommen. Die Einrichtung hat ein etabliertes Bildungswesen von der Babybetreuung im Hort über die Grundschule bis zur Hauptschule. 
Zur Vorbereitung auf einen künftigen Beruf, in dem sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können, werden den Mädchen in einem Berufsbildungszentrum Ausbildungsmöglichkeiten für Haarpflege, Schönheitspflege, Schneiderei, Hauswirtschaft, Existenzgründung, Datenverarbeitung und Evangelisation angeboten. Ziel ist auch hier die Integration in die kenianische Gesellschaft und die Fähigkeit, ein geordnetes Leben zu führen. Auch hier werden landwirtschaftliche Produkte erzeugt sowie Fisch- und Viehzucht betrieben, um die Kosten der Lebensunterhaltung niedrig zu halten. 

Kangundo liegt in der Nähe von Nairobi. Hier hat die MCF eine Tagesstätte eingerichtet, die wohnungslosen Waisen und anderen gefährdeten Kindern aus ärmeren Schichten hilft. Das Projekt hat eine Belegung von 214 Schülern, die tagsüber in der Schule der MCF studieren und am Abend zu ihren Großeltern oder anderen Angehörigen zurückgehen. 
Das Zentrum bietet täglich eine kostenlose Mahlzeit und Zugang zu einer hochwertigen Bildung für Jungen und Mädchen. 

Vipingo liegt in der Nähe von Mombasa. Auch hier hat die MCF eine Tagesstätte für wohnungslose Waisen und andere gefährdete Kinder aus den umliegenden Orten, die vorwiegend vom Sextourismus betroffen sind, eingerichtet. 234 Jungen und Mädchen werden die gleichen Möglichkeiten wie in Kangundo geboten.


Für die Straßenkinder im Kipsongo-Slum in der Stadt Kitale führt MCF für 203 Schülerinnen und Schüler ein intensives Ernährungsprogramm durch. MCF hat eine Schule im Zentrum von Kitale gegründet und Lehrer und Hilfskräfte eingestellt. Die Schulbildung ist für Kinder aus nachweislich armen Familien kostenlos. 

Projekt: "Förderung der Schulausbildung"
Weitergehende Schulen sind in Kenia kostenpflichtig und deshalb für große Teile der Bevölkerung unzugänglich. Die weiterführenden Schulen werden wie Internate geführt. Seit 2010 sichert dieses Projekt die Schulausbildung im College, der Secondary School oder das Studium an der Universität. Wir übernehmen die Kosten für die Ausbildung der Jungen. 

Da die Schüler in den Trimesterferien nicht in den Schulen wohnen können, haben wir ein Wohnhaus angemietet, in dem diese Schüler während der Ferien wohnen können. Das Wohnhaus wird verwaltet von Benjamin Mbatia, einem ehemaligen Schüler der MCF.

In den 25 Jahren konnte der Förderverein 2.007.633 EURO einwerben. Die Kosten dafür betrugen 6.590 EURO; das entspricht 0,33 %!!! Darauf sind wir stolz!

Auf die Frage nach der größten Herausforderung der Menschheit antwortete Nelson Mandela einmal: "Armut in Verbindung mit fehlender Bildung". 

Der Förderverein Kinderheim Bindura e.V. handelt deshalb nach der Vision: 
" Bildung schützt Kinder vor Armut."
Wir hoffen, dass wir das von uns gesetzte Ziel, Straßenkindern ein Zuhause, eine Ausbildung und eine Zukunft zu geben, mit der Hilfe unserer Spenderinnen und Spender weiter verfolgen können.

Werner Damm
2. Vorsitzender